29.01.2022, 13:29
Kurzbericht der 23. Videokonferenz der AG Architekturfotografie
Thema: Linienführung in der Architekturfotografie
Im ersten Teil des Abends wurden einige Grundlagen der Linienführung in der Architekturfotografie vorgestellt:
- Vertikale und Horizontale sind die beiden wichtigsten Linien der Architekturfotografie. Ausgangspunkt der Bildgestaltung ist die randparallele Linie. Dabei ist es nicht von Bedeutung ob wir diese Linie sehen oder nicht.
- Die besten Ergebnisse erzielen wir bei einem Sehwinkel von etwa 60° mit Blick auf ein Gebäude. Diese Sichtweise ist am geeignetsten mit einem Weitwinkel von 35 mm (Bildwinkel 63°) umsetzbar. Einschränkend ist darauf hinzuweisen, dass damit eine idealtypische Beschreibung vorgenommen wird. Wir benötigen in der Architekturfotografie auch andere Bildwinkel, wie z.B. 24 mm (Bildwinkel 83°) oder auch noch rechtwinkligere Objektive bis zu 10 mm (Bildwinkel 130°). Wir müssen bei sehr rechtwinkligen Objektiven perspektifischen Probleme in Kauf nehmen und ggf. in der Bildbearbeitung auszugleichen. Ein möglicher Königsweg ist, wenn der Betrachtungsabstand zu einem Gebäude (Hausabstand 1,5 X Breite, wenn breiter als hoch); (Hausabstand 1,5 X Höhe, wenn höher als breit) nicht unterschritten wird. Dieser Königsweg wird leider nur in Ausnahmefällen zu realisieren sein. Zu den Ausnahmen gehören z.B. Schlösser, Burgen, Kathedralen oder große Herrenhäuser.
- Anspruchsvolle Architekturaufnahmen sollten weder aus einer zu großen, noch aus einer zu nahen Entfernung zum Gebäude aufgenommen werden. Beide Handlungsformen wirken unnatürlich und lassen sich vorwiegend für eine sachbeschreibende Fotografie verwenden. Im Gegensatz zu diesem Standpunkt hat eine nahe Aufnahmedistanz dann ihre Berechtigung, wenn ein bestimmtes Detail, eine Spiegelung oder eine Sichtachse herausgearbeitet werden soll.
Der zweite Teil des Abends beschäftigt sich ihm Rahmen der Bildbesprechung mit weiteren Bildern der Nord/LB in Hannover. An diesem Abend wurden besonders Aufnahmen aus der Gesamtperspektive auf der Rückseite des Gebäudes, Detailaufnahmen und besondere Perspektiven aus größerer Distanz vorgestellt und besprochen. Ausgehend von einzelnen Bildern wurde eine Antwort auf die Frage nach einem guten Architekturfoto gestellt und beantwortet. Eine künstlerische Architekturaufnahme lebt nicht in erster Linie von einem korrekt ausgerichteten Gebäude. Auch ein nicht vollständig gerade gestelltes Bauwerk kann ein gutes Architekturbild ausmachen, wenn es über eine gute Bildidee verfügt. Es sollte die persönliche Auseinandersetzung der Fotografin oder des Fotografen mit einem Bauwerk in Gesamtperspektive und in Detailaspekten zeigen. Weiterhin wurde auch auf die Ausarbeitung von Architekturbildern in Farbe oder Schwarz-Weiß eingegangen. Auch wenn jede Fotografin bzw. jeder Fotograf so seine eigenen Vorlieben verfolgt, hat die Bildbesprechung auch den Mut zu alternativen Ausarbeitungen eröffnet.
Im dritten Teil des Abends wurde noch kurz auf die 24. Videokonferenz am 11.02.2022 hingewiesen. Thema ist diesmal die Panoramafreiheit in der Architekturfotografie. Die Bildbesprechung beschäftigt sich mit Architekturaufnahmen die thematich unbeabsichtigt entstanden sind. Beispielsweise während einer Fotoexkursion zu einem anderen Thema oder zu einem anderen Ziel. Nicht selten kommen wir an Bauwerken vorbei oder sehen bestimmte Details, die uns vielversprechende Bildideen vermitteln. Eine konkrete Einladung zur nächsten Videokonferenz wird rechtzeitig verschickt.
Viele Grüße
Christian
Thema: Linienführung in der Architekturfotografie
Im ersten Teil des Abends wurden einige Grundlagen der Linienführung in der Architekturfotografie vorgestellt:
- Vertikale und Horizontale sind die beiden wichtigsten Linien der Architekturfotografie. Ausgangspunkt der Bildgestaltung ist die randparallele Linie. Dabei ist es nicht von Bedeutung ob wir diese Linie sehen oder nicht.
- Die besten Ergebnisse erzielen wir bei einem Sehwinkel von etwa 60° mit Blick auf ein Gebäude. Diese Sichtweise ist am geeignetsten mit einem Weitwinkel von 35 mm (Bildwinkel 63°) umsetzbar. Einschränkend ist darauf hinzuweisen, dass damit eine idealtypische Beschreibung vorgenommen wird. Wir benötigen in der Architekturfotografie auch andere Bildwinkel, wie z.B. 24 mm (Bildwinkel 83°) oder auch noch rechtwinkligere Objektive bis zu 10 mm (Bildwinkel 130°). Wir müssen bei sehr rechtwinkligen Objektiven perspektifischen Probleme in Kauf nehmen und ggf. in der Bildbearbeitung auszugleichen. Ein möglicher Königsweg ist, wenn der Betrachtungsabstand zu einem Gebäude (Hausabstand 1,5 X Breite, wenn breiter als hoch); (Hausabstand 1,5 X Höhe, wenn höher als breit) nicht unterschritten wird. Dieser Königsweg wird leider nur in Ausnahmefällen zu realisieren sein. Zu den Ausnahmen gehören z.B. Schlösser, Burgen, Kathedralen oder große Herrenhäuser.
- Anspruchsvolle Architekturaufnahmen sollten weder aus einer zu großen, noch aus einer zu nahen Entfernung zum Gebäude aufgenommen werden. Beide Handlungsformen wirken unnatürlich und lassen sich vorwiegend für eine sachbeschreibende Fotografie verwenden. Im Gegensatz zu diesem Standpunkt hat eine nahe Aufnahmedistanz dann ihre Berechtigung, wenn ein bestimmtes Detail, eine Spiegelung oder eine Sichtachse herausgearbeitet werden soll.
Der zweite Teil des Abends beschäftigt sich ihm Rahmen der Bildbesprechung mit weiteren Bildern der Nord/LB in Hannover. An diesem Abend wurden besonders Aufnahmen aus der Gesamtperspektive auf der Rückseite des Gebäudes, Detailaufnahmen und besondere Perspektiven aus größerer Distanz vorgestellt und besprochen. Ausgehend von einzelnen Bildern wurde eine Antwort auf die Frage nach einem guten Architekturfoto gestellt und beantwortet. Eine künstlerische Architekturaufnahme lebt nicht in erster Linie von einem korrekt ausgerichteten Gebäude. Auch ein nicht vollständig gerade gestelltes Bauwerk kann ein gutes Architekturbild ausmachen, wenn es über eine gute Bildidee verfügt. Es sollte die persönliche Auseinandersetzung der Fotografin oder des Fotografen mit einem Bauwerk in Gesamtperspektive und in Detailaspekten zeigen. Weiterhin wurde auch auf die Ausarbeitung von Architekturbildern in Farbe oder Schwarz-Weiß eingegangen. Auch wenn jede Fotografin bzw. jeder Fotograf so seine eigenen Vorlieben verfolgt, hat die Bildbesprechung auch den Mut zu alternativen Ausarbeitungen eröffnet.
Im dritten Teil des Abends wurde noch kurz auf die 24. Videokonferenz am 11.02.2022 hingewiesen. Thema ist diesmal die Panoramafreiheit in der Architekturfotografie. Die Bildbesprechung beschäftigt sich mit Architekturaufnahmen die thematich unbeabsichtigt entstanden sind. Beispielsweise während einer Fotoexkursion zu einem anderen Thema oder zu einem anderen Ziel. Nicht selten kommen wir an Bauwerken vorbei oder sehen bestimmte Details, die uns vielversprechende Bildideen vermitteln. Eine konkrete Einladung zur nächsten Videokonferenz wird rechtzeitig verschickt.
Viele Grüße
Christian

